Kommunale Wärmeplanung für Potsdam
Die Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Potsdam hat am 3. Juni 2026 den kommunalen Wärmeplan beschlossen. Damit erfüllt Potsdam die gesetzlichen Vorgaben des Bundes und des Landes Brandenburg zur Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung.
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches und informelles Planungsinstrument. Sie zeigt auf, wie die Wärmeversorgung in Potsdam schrittweise umgestaltet werden kann, damit sie bis zum Jahr 2045 klimaneutral wird. Der Wärmeplan wird regelmäßig überprüft und ist gesetzlich spätestens alle fünf Jahre fortzuschreiben.
Wie wird Potsdam künftig mit Wärme versorgt?
Die kommunale Wärmeplanung untersucht, wie viel Wärme heute benötigt wird, wie sich der Bedarf künftig entwickeln kann und welche Wärmequellen und Versorgungsstrukturen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung geeignet sind.
Potsdam hat derzeit einen jährlichen Wärmebedarf von rund 1.350 Gigawattstunden (GWh). Die Wärmeversorgung wird jedoch noch überwiegend durch fossile Energieträger wie Erdgas und fossile Fernwärme gedeckt. Dadurch entstehen jährlich rund 270.000 Tonnen CO₂.
Die Analyse zeigt: Für die zukünftige Wärmeversorgung wird es nicht die eine Lösung für das gesamte Stadtgebiet geben. Entscheidend sind die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten.
In dicht bebauten Stadtgebieten mit einer hohen Wärmedichte, beispielsweise in der Innenstadt und in Babelsberg, ist der Ausbau von Wärmenetzen besonders geeignet. In weniger dicht bebauten Bereichen können dagegen individuelle Lösungen wie Wärmepumpen wirtschaftlich sinnvoller sein.
Als wichtige erneuerbare lokale Wärmequellen für die Zukunft wurden unter anderem Geothermie, Flusswasser und Umgebungsluft identifiziert. Eine klimaneutrale Wärmeversorgung Potsdams bis 2045 ist technisch möglich, stellt die Stadt jedoch vor große Herausforderungen.
Wärmenetze und erneuerbare Wärme
Die Potsdamer Fernwärmeversorgung weist aufgrund effizienter Kraft-Wärme-Kopplung bereits heute einen vergleichsweise geringen spezifischen Treibhausgasausstoß auf. Die Erzeugung basiert derzeit jedoch noch überwiegend auf Erdgas und muss daher schrittweise auf erneuerbare und klimaneutrale Wärmequellen umgestellt werden.
Der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärme wird bereits kontinuierlich erhöht. Dazu gehören unter anderem die Nutzung von Solarthermie, Geothermie und erneuerbarem Strom für die Wärmeerzeugung. Eine Geothermieanlage in der Heinrich-Mann-Allee ist bereits in Betrieb, weitere Anlagen sind geplant. Auch Strom aus erneuerbaren Energien kann zur Wärmeerzeugung genutzt werden, beispielsweise wenn aufgrund eines hohen Stromangebots Wind- oder Solaranlagen ihre Erzeugung reduzieren müssten.
Mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung 25/SVV/0636 wurden die finanziellen Voraussetzungen für weitere Projekte der Energie- und Wärmewende geschaffen. Die vorgesehenen Maßnahmen tragen dazu bei, den Anteil erneuerbarer Energien in der Fernwärme deutlich zu erhöhen. In der dargestellten Entwicklung steigt der Anteil erneuerbarer Wärme auf mindestens 30 Prozent. Die Abbildung veranschaulicht die Entwicklung des Erzeugungsmixes und zeigt, wie die Fernwärme schrittweise auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung ausgerichtet werden kann.

Da Wärmenetze insbesondere in dicht bebauten Stadtgebieten eine geeignete Möglichkeit für eine klimaneutrale Wärmeversorgung darstellen, sollen diese weiter ausgebaut und gleichzeitig auf erneuerbare Wärmequellen umgestellt werden. Die Wärmeplanung weist hierfür entsprechende Eignungs- und mögliche Ausbaugebiete aus. Dazu gehören unter anderem das Zentrum Babelsbergs nördlich und südlich der Bahnschienen sowie die Brandenburger Vorstadt. Weitere Gebiete befinden sich in Teilen der Teltower und der Nauener Vorstadt.
Die folgende Karte veranschaulicht die möglichen Ausbaugebiete.

Was bedeutet die Wärmeplanung für Gebäudeeigentümer?
Die kommunale Wärmeplanung gibt eine Orientierung für die langfristige Entwicklung der Wärmeversorgung in Potsdam. Sie ersetzt keine individuelle Planung für ein einzelnes Gebäude und stellt auch keine unmittelbare Verpflichtung zum Anschluss an ein Wärmenetz oder zur Installation einer bestimmten Heizungsanlage dar.
Für die Umsetzung der Wärmewende sind jedoch Investitionen in den Gebäudebestand und die Wärmeversorgung erforderlich. Dazu gehören insbesondere Maßnahmen zur Reduzierung des Energiebedarfs sowie die technische Ertüchtigung von Gebäuden für den Anschluss an ein Wärmenetz oder für individuelle Lösungen wie Wärmepumpen.
Die Wärmeplanung schafft damit einen strategischen Rahmen, in dem der Ausbau der Energie- und Wärmeinfrastruktur auf die zukünftigen Bedarfe abgestimmt werden kann. Dazu gehört auch ein entsprechender Ausbau der Stromnetze.
Gemeinsam erarbeitet
Die kommunale Wärmeplanung wurde von der Landeshauptstadt Potsdam gemeinsam mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren erarbeitet. Beteiligt waren unter anderem Verwaltung, Energieversorgungsunternehmen, Wohnungswirtschaft, Handwerk, Wirtschaft, Wissenschaft, Bürgerinitiativen, Nachbarkommunen und Umweltverbände.
In zwei Fachworkshops wurden Zwischenergebnisse gemeinsam diskutiert. Darüber hinaus wurde die Öffentlichkeit durch Informationsveranstaltungen im Juni und Dezember 2025 sowie fortlaufend über die Internetseite der Landeshauptstadt informiert.
Vom 1. Dezember 2025 bis zum 5. Januar 2026 wurde der Entwurf des kommunalen Wärmeplans öffentlich ausgelegt. Insgesamt gingen 19 Stellungnahmen ein. Die darin enthaltenen Hinweise wurden geprüft und bei der Überarbeitung und Abwägung des Berichts berücksichtigt.
Der finale Bericht zur Kommunalen Wärmeplanung sowie Kartenausschnitte zu den Eignungsgebieten der verschiedenen Wärmeversorgungsarten stehen auf der nachfolgenden Webseite zum Download zur Verfügung.
